_OBJECTS IN MIRROR ARE CLOSER THAN THEY APPEAR

von Raffaela Schöbitz

Die URAUFFÜHRUNG fand am Freitag, den 25. SEPTEMBER 2015 um 19:30 UHR in der ZUSCHNITTHALLE / F23 statt.

 

 

„Wie Inseln schweben alle unsere Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, unsere kollektive Vergangenheit im großen Fluss des Vergessens. Tauchen zufällig daraus empor und verschwinden wieder.“

_OBJECTS IN MIRROR ARE CLOSER THAN THEY APPEAR ist ein Schauspiel, eine Installation, ein Raum- und Klangerlebnis. Ein Stück übers Erinnern, Vergessen und einen möglichen Neuanfang.

MIT Aleksandra Corovic, Sebastian Doppelbauer, Ricarda Klingelhöfer, Nancy Mensah-Offei

AUTORIN Raffaela Schöbitz / REGIE Rieke Süßkow

RAUM Felix Huber / SOUNDDESIGN UND MUSIK Lydia Sarges

PRODUKTIONSLEITUNG Johanna Wimmer

HOSPITANZ Melanie Sien Min Lyn, Ann Tatjana Krämer

Weitere Vorstellungen: 26. September 2015, 2.-3. und 8.-10. Oktober 2015
jeweils um 19:30 Uhr (Einlass 19:00 Uhr)
am Sonntag den 4.10. um 18:00 Uhr (Einlass 17:30 Uhr)

Karten reservieren oder Telefonisch unter: +43.677 616 865 97


„Das ist eine Revolution. Falls Sie sich schon mal gefragt haben, wie eine Revolution aussieht. So sieht eine Revolution aus. Sie sind jetzt ein Revolutionär. Sie auch. Und Sie und Sie und Sie sowieso. Wir sind jetzt alle Revolutionäre. Und jetzt stellen Sie sich vor wie toll es wäre, wenn jetzt irgendwo eine Autobombe hochginge. Genau hier. Da draußen. Dass mal eine Bewegung kommt. Dass mal eine Bewegung hier rein kommt, weil alles im Sterben liegt. Also nicht nur meine Familie. Alle, mein ich damit. Alle Menschen. Die ganze Stadt. Die ganze Welt, wenn man so will, liegt. Im. Sterben. Und ich, ich hab keinen Bock mehr zu diskutieren.“

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Erinnerung, Revolution, Neuanfang?

Das nicht.THEATER Ensemble präsentiert die Uraufführung des neuen Stücks

_OBJECTS IN MIRROR ARE CLOSER THAN THEY APPEAR

von Raffaela Schöbitz inszeniert von Rieke Süßkow.

Johannes ist 35 Jahre alt. Er glaubt an sich selbst und daran, dass alles gut werden kann, wenn er endlich herausfindet was er wirklich will. Wenn man nur nicht ständig daran erinnert werden würde, was die anderen alle machen, während man selber nichts tut. Aber wer macht denn eigentlich was, wenn alle ständig nur fotografieren und hochladen und schreiben?

Wer lebt denn dann?

Oma, die ist tot.

Mit der Freundin ist schluss.

Und der Hund, der ist auch weg.

Dafür kommt die Gemüsekiste jetzt jeden Mittwoch vor die Haustür.

Für die Beerdigung muss Johannes sich jetzt doch aufraffen, anziehen und das Haus verlassen. Seiner Mutter zuliebe. Aber jetzt könnte ja auch mal was Neues anfangen… oder?

In _OBJECTS IN MIRROR ARE CLOSER THAN THEY APPEAR treffen Figuren aus unterschiedlichen Zeiten aufeinander und verhandeln über ihre persönlichen Wünsche nach Vergangenheitsbewältigung, die Überforderung mit der Gegenwart und die Hoffnungen für die Zukunft. Sie alle streben nach Veränderung um Platz zu schaffen für einen Neubeginn, scheitern jedoch letztlich an der jeweiligen eigenen Unfähigkeit die Vergangenheit loszulassen.

Der fragmentarische Erzählcharakter des Stücks wird unterstrichen von Soundelementen, die die Handlung kommentieren, fortsetzen oder auch unterbrechen. Es entsteht dadurch eine sinnliche Metaebene, auf der eine Auseinandersetzung mit den akustischen kollektiven Erinnerungen und der Wahrnehmung der Vergangenheit stattfinden kann.

Der Bühnenraum ist zugleich Zuschauerraum und Gedenk-Ort, an dem Erinnerungen und Körper verdinglicht werden, ein begehbares Monument der „Erinnerungen an die Zukunft“. Durch die Möglichkeit sich frei im Raum zu bewegen, wird das Publikum herausgefordert selbstständig die eigene Position im Raum zu bestimmen und so den gesamten Theaterabend zu einem einmaligen Erlebnis zu gestalten.

Aufgeführt wird _OBJECTS IN MIRROR ARE CLOSER THAN THEY APPEAR in einer der Hallen des F23, dem neuen kulturellen Zentrum des 23. Wiener Gemeindebezirks, welches sich selbst als Kunst-Ort, vor allem für die freie Kunst- und Theaterszene in Wien, versteht und den eigenen Schwerpunkt besonders in der Interdisziplinarität der vor Ort stattfindenden Projekte sieht.

Visuell wie auch theoretisch vereint das F23, die ehemalige Sargerzeugungsfabrik Atzgersdorf, Elemente der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und bietet so einen spannenden Entfaltungsraum für die Themen und Inhalte des Stückes.

Die Uraufführung von _OBJECTS IN MIRROR ARE CLOSER THAN THEY APPEAR wird die erste Theaterpremiere nach der offiziellen Eröffnung des F23 am 18.,19. und 20.09.2015 sein.