In dieser Kolumne wird in nächster Zeit über Orte berichtet, an denen Theater gemacht wird. Dabei sollen besonders alternative Zugänge vorgestellt werden, die abseits etablierter Bühnen stattfinden. Darunter fallen neben Projekten und Gruppen aus der „Freien Szene“ ganz allgemein auch innovative und interessante Ideen, die herkömmliche Definitionen und Strukturen von Theater herausfordern. Bedingt durch Förderstrukturen und geringer finanzieller Unterstützung, haben sich geblockte Aufführungstermine etabliert, die es nicht tageweise erscheinenden Medien erschweren, darüber zu berichten. Archivalisch mag es zwar von Interesse sein, im Nachhinein auf eine Zusammenfassung zurückgreifen zu können, letztlich lässt sich der Vollzug von Theater damit nur unzureichend darstellen. Aus diesem Grund werden Projekte im Voraus vorgestellt, um selbst das jeweilige Ergebnis erleben zu können. Immer mit der Gefahr des Scheiterns verbunden, was aber für viele den spezifischen Reiz von Theater ausmacht.

In den Kulturwissenschaften lässt sich die Auseinandersetzung mit Raum wieder vermehrt feststellen. Dieser „spatial turn“ reagiert wohl auch darauf, dass durch das Internet eingeübte Determinaten in Frage gestellt werden. Dies betrifft auch den Theaterbereich. Ist es möglich, ein Liveereignis, das bedingt durch die notwendige Anwesenheit als Ereignis lokal eingeschränkt ist, mit Hilfe des Internets räumlich auszuweiten? Entsprechende Versuche hinterlassen derzeit noch Zweifel. Stattdessen wird diese Möglichkeit zur Ausweitung derzeit genutzt, u.a. um Projekte mittels Crowdfunding zu finanzieren. Abseits damit verbundener gesellschaftspolitischer Implikationen, stellt sich die Frage, ob und wie damit auch ästhetische Entscheidungen beeinflusst werden. Es gilt in diesen meist als Vorfinanzierung ausgelegten Projekten die Erwartungshaltung der Unterstützer_innen explizit oder implizit gerecht zu werden. Um sich darüber selbst Gedanken zu machen und Erfahrungen zu sammeln, sei auf folgendes Projekt verwiesen:

nicht.THEATER Ensemble: „Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos“ von Werner Schwab

Crowdfunding bis Mitte März auf
www.startnext.de/volksvernichtung

Aufführungen ab Mitte bis Ende März:
www.nichttheater-ensemble.at

online seit 15.03.2014 19:28:08 (Printausgabe 66)
autorIn und feedback : Klaus Illmayer

 

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